BELL

BELL

 

Antonis Anissegos - piano
Boris Bell - schlagwerk, komposition
Silke Eberhard - saxofon, klarinette
Nikolaus Neuser - trompete

"Obsession" nennt Boris Bell die erste Produktionen seines Autorenensembles BELL.
Mit "Leidenschaft" als Voraussetzung, wirken die Stücke nicht kühl komponiert, sondern durch die Gruppenarbeit gewachsen. Beinahe jedes Instrument versucht den Grenzgang zwischen melodischem und perkussivem Part, tanzend zwischen solistischen und dialogischen Partien. Die Musik von BELL ist so plastisch wie narrativ; sie will aber keine Geschichten nacherzählen, sondern lässt bewusst Freiräume.

Foto: Volker Beushausen, © 2016 Wismart Verlag


Album

w111 :: BELL :: Obsessions
Obsessions
BELL

Reviews

Konzertkritik, Freiberger Jazztage 2017:
"... Kontrasten ist auch die Musik von Bell verpflichtet, einer jungen Gruppe um den Berliner Schlagzeuger Alexander Bell. Für den Auftritt am Samstag im Freiberger Theater haben sich Saxofonistin Silke Eberhardt, Trompeter Christian Magnusson (der auch mit Hannes Zerbe musiziert) und Pianist Antonis Anissegos mit dem Performance- und Videokünstler Ilan Katin verstärkt. Katin ergänzt Bells Musik mit abstrakten Bildern, die er live per Zeichnungssoftware produziert und auf eine Leinwand projiziert. Die Musik des Quintetts ist oft kühler als die von Shalosh, vielleicht "europäischer", widerspruchsreicher, spröder, manchmal aggressiver. Sie tupfen, werfen, spritzen Klänge in den Raum, suchen in zahlreichen Duetten nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten. Kurze, hackende Impulse stehen neben ausgedehnten Klangflächen, die sich bald wieder selbst zerstören. Aber dann wölbt sich doch ein zarter Himmel über der widerborstigen Welt, treffen sich die Musiker balladesk im kurzen Wohlklang. Dazu zeichnet Ilan Katin manchmal im Einklang mit der Musik, manchmal die Töne kontrastierend, manchmal rhythmisch pulsierend, tupfend, manchmal episch aus- und abschweifend. Das Gesamtkunstwerk zog zwar nicht ganz so viele Gäste in den Bann wie die gefälligeren Shalosh, dürfte aber vor allem die Freunde des freieren Jazz begeistern, auf die Anfang Mai die Chemnitzer Grenzüberschreitungen warten, unter anderem mit einem Konzert von Maya Homburger und Barry Guy..." (23.4.2017 Matthias Zwarg in Freie Presse, Chemnitz)